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Rasseportrait

Das Ausnahmepferd -  PRE

Unter den vielen noblen Pferden nimmt das Pferd Reiner Spanischer Rasse eine herausragende Rolle ein: Es ist ein lebendiges Symbol sowohl der menschlichen Geschichte als auch der Zuchtgeschichte vieler anderer Rassen und wurde zudem zum Wahrzeichen einer Wiederbesinnung des Reitsports auf überlieferte Werte und Traditionen.

Geschichtlicher Abriss des PRE

Wer den Wurzeln dieser Rasse nachspüren will, muss weit zurück gehen!
Viele berühmte Herrscher und andere Personen der Geschichte waren mit einem Andalusier beritten: Caligula, El Cid, Richard Löwenherz, Friedrich der Große oder Napoleon. Schon in der Zeit des Römischen Reiches genossen spanische Pferde im gesamten Imperium einen hervorragenden Ruf. Mit dem Beginn der maurischen Herrschaft im Spanien des 7. Jahrhunderts begann auch ein neues Kapitel der Geschichte spanischer Pferdezucht. Berberpferde und arabische Vollblüter beeinflussten den damaligen Typ des Andalusiers wie auch den Stil seiner Reiter. Nur durch die herausragend berittene Kavallerie wurde später die Reconquista, die Rückeroberung der maurischen Gebiete, überhaupt möglich.
Mit der Gründung des Kartäuserklosters "La Cartuja" bei Jerez de la Frontera nahm die Zucht der Kartäuserpferde oder Cartujanos, der wohl bedeutendsten Linie innerhalb der PRE, ihren Anfang. Auf den Ausgang des Mittelalters gehen die ersten Gesetze zur Regelung der Pferdezucht zurück.

 

Mit dem Beginn der Erschließung der Neuen Welt eroberten die spanischen Pferde auch Amerika, ihr Einfluß ist bis heute in den wildlebenden wie den domestizierten Pferden Nord - und Südamerikas deutlich.

Außerhalb Spaniens nahm die Bedeutung spanischer Pferde mit der Renaissance erneut zu. Die für dieses Zeitalter kennzeichnende Wiederbelebung klassischer Werte und Gebräuche brachte es mit sich, dass in mehreren Zentren innerhalb Europas die höfische Reitkunst florierte. Auf diese Zeit und vor allem auf den Einfluß der Iberer geht nicht zuletzt die Entstehung der Barockpferderassen - vom Neapolitaner über den Frederiksborger bis zum Kladruber und Lippizaner - zurück, denen man bis heute ihr spanisches Erbe ansehen kann.

Typisch PRE

Zu den unverwechselbar kennzeichnenden Eigenschaften des Iberers, die er sich seit dem Altertum beinahe unverändert erhalten hat, gehört insbesondere seine hohe Aufrichtung, verbunden mit einer beeindruckenden Knieaktion. Aufgrund seines einzigartigen Exterieur und des erhabenen Gangwerks ist dem reinrassigen Andalusier die Versammlungsfähigkeit schon in die Wiege gelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Andalusier heute in vielen Sparten des Reitsportes seine Stärken unter Beweis stellt: Ob als Freizeitpferd, vaquero oder western geritten oder bis zur Vollendung in der Hohen Schule ausgebildet, überall sticht der reine Iberer durch seine Geschmeidigkeit und Wendigkeit sowie die enge Bindung zu "seinem" Menschen hervor.

 

Auch typisch PRE:

Der Iberer ist ein sehr spätreifes Pferd, das nach langer Kindheit und Jugend erst im Alter von vier Jahren in die ernsthafte Arbeit genommen werden darf und von einem soliden, aber eben auch längerfristig angelegten Training auf langen Linien mehr profitiert als von einer Schnellzug"ausbildung" mit Schwerpunkt auf publikumswirksamen Mätzchen.


Unsere PRE - auf dem Weg in die Zukunft

Die Renaissance des Spaniers in jüngster Zeit hat drei Ursprünge: Die nationale Bedeutung des Stierkampfes, die Wiederbelebung des klassischen Reitstils und der Einstieg in den modernen Turniersport.

Nicht nur in der Arena, sondern auch in der Kampfstierzucht geht nichts ohne mutige, wendige, leistungsfähige und bei aller Spritzigkeit stets im Gehorsam stehende Pferde. Die Reitweise des Vaquero, die Doma Vaquera, wird heute auch als Turnierdisziplin betrieben und hat sogar in Deutschland Fuß fassen können. Nicht zuletzt bildete sie einstmals die Grundlage dessen, was wir heute Westernreiten nennen.
Neben der Doma Vaquera existiert in Spanien ein zweiter, traditioneller Reitstil, die Doma Classica. In seiner reinen Form wird dieser Reitstil heute von den Bereitern der Königlich Spanischen Hofreitschule in Jerez de la Frontera praktiziert. Sie und andere Anhänger der Doma Classica sind vor allem mit reinen PRE-Hengsten beritten und machen durch ihre faszinierenden Darbietungen weltweit Werbung für das spanische Pferd.

Auch in den modernen Turniersport,

 

bislang vom warmblütigen Sportpferd mit seinen langen Linien und raumgreifenden, flachen Bewegungen dominiert, haben die Andalusier und ihre Reiter Eingang gefunden. Die vergleichsweise hohe Aufrichtung des Andalusiers und seine imponierende Aktion kommen vorwiegend in den höheren Dressurklassen vorteilhaft zur Geltung, da hier die starke Versammlungsfähigkeit bei leichtester Anlehnung zum Wettbewerbsvorteil des Spaniers wird.

Kontrollierte Qualität

Damit die kennzeichnenden Merkmale des Iberers in Exterieur, Interieur und Gangwerk zuverlässig an künftige Generationen weitergegeben werden, unterliegt die Zuchtauswahl strengen Kontrollen. Eine eigene Unterabteilung des spanischen Verteidigungsministeriums, die CRIA CABALLAR, überwacht und kontrolliert die Zucht im In - und Ausland. Die privaten Züchter des rassereinen Andalusiers haben über den von ihnen gegründeten Nationalverband ANCCE ein Mitspracherecht bei allen Belangen bezüglich des Rassestandards und Reglements und werben durch die Organisation von Zuchtwettbewerben weltweit für das Spanische Pferd.

Die formelle Ordnung der Zucht ist anders geregelt als hierzulande üblich. So gibt es keinen verbindlichen Rassebrand, sondern einen Züchterbrand. Die Fohlen werden lückenlos über Wirbeldiagramme, Mikrochip und DNA-Analyse gekennzeichnet und können den Elterntieren so stets eindeutig zugeordnet werden. Sie erhalten zunächst Fohlenpapiere, die ihre reinrassige Abstammung beweisen. Werden sie ab einem Alter von drei Jahren von der Körkommission für zuchttauglich erachtet, wird dies über einen Stempel (APTO) belegt; nur die Nachkommen dieser gekörten Hengste und Stuten können wiederum ins Stutbuch eingetragen werden.


Nur solche Pferde, die ihre Herkunft lückenlos auf das Hauptstutbuch zurückführen können bezeichnet man als Pura Raza Española (PRE), was sich mit "Pferd reiner spanischer Rasse" übersetzen läßt, während der Begriff des Andalusiers oder des Spanischen bzw. Iberischen Pferdes auch die vierbeinigen Kollegen ohne Papiere mit einschließt.

            • Es ist dem PRE zu wünschen, dass es durch verantwortungsbewußte Züchter und engagierte Reiter weiterhin neue Freunde in vielen Sparten des Reitsports finden wird - denn sein edler Habitus, seine Schönheit und Erhabenheit ist eine Bereicherung für uns alle!

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